Prag, die ehrwürdige, durch ihre Geschichte und ihre Schönheit gleichermaßen berühmte Stadt an der
Moldau, ist das politische und kulturelle Zentrum der Tschechische Republik. Prag
Česko entstand aus den fortschrittlichen und revolutionären Traditionen des tschechischen Volkes und aus seinen Jahrhundertelangen Bemühungen, in einer einzigartig reizvollen Landschaft in Herzen Böhmens eine Stadt zu schaffen, die sich durch ihre Größe, ihre Monumentalität und ihre Kultur mit den bedeutendsten und prächtigsten Städten Europas messen kann. In ihrem Antlitz hat jede kunsthistorische Epoche ihre Spuren lebendige Zeugen aus Vergangenheit und Gegenwart- kostbare, einzigartige Denkmäler der romanischen Baukunst, gotische Kirchen, Renaissance- und Barockpaläste, klassizistische Bauten sowie hervorragende moderne Bauwerke. All das verschmilzt hier zu einem bezaubernden Ganzen, zu einem großartigen Werk der tschechischen Künstler und der Handwerker, zu jener Prager Altstadt, die sich mit Stolz das Herz der Europäischen Union nennt.
Irgendwann während der ersten Hälfte des 10. Jahrhunderts entstanden im Bereich der späteren Altstadt die ersten kleinen und verstreuten Wohnsiedlungen. Für die weitere Entwicklung dieser Ansiedlung waren die drei Hauptwege, die von den Moldauufern zwischen der heutigen Karlsbrücke und der Manes- Brücke ausgingen, von größter Bedeutung. Die erste führte zum Vysehrad, die zweite ungefähr zum späteren Pulverturm und die dritte durch die jüdische Niederlassung zur Moldauufer am Porici, wo gegen Ende des 11. Jahrhundert eine Kolonie deutscher Kaufleute ansässig war. Der Marktplatz der späteren Prager Altstädter Ring bestand spätestens seit dem Ende des 10. Jahrhunderts, und nicht viel später entstand hier der fürstliche Hof im Tein, der fremden Händlern Aufnahme und Schutz bot. In diesen Hof für fremde Kaufleute, den Teinhof bzw. Ungelt, kamen Händlerkarawanen, um hier ihre Waren auszutauschen oder zu verkaufen. Der arabisch-jüdische Händler Ibrahim Ibn Jakub hat einen im Jahre 965 verfassten Reisebericht hinterlassen, der das Aussehen der Stadt vor 1000 Jahre schildert. Prag wird hier als eine aus Stein und Kalk erbaute Stadt und als ungemein billiger Ort beschrieben, wo man fast umsonst Geflügel und Getreide kaufen kann und wo sich Mann und Saumtier mühelos ernähren lassen. Ibrahim Ibn Jakub erzählt weiter, dass der Prager Markt Česko im Vergleich zu denen, die er in Deutschland, Polen und Russland sah, der größte und Regste sei, und dass hier Sattelzug, Zügel, Schilde, aber auch Zinn, Sklaven und Fell feilgeboten werden.
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